Fiktionale SammlungArbeitsmappe 24 / Oral History

Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts

Eine erfundene, gemeinnützige Lernwerkstatt für Interviewthemen, Gesprächsvorbereitung und verantwortungsvolle Sitzungsplanung.

WerkstattkarteFragmente thematisch ordnenSitzungen begrenzenEinwilligung vorausdenken
ErinnerungKontextVerantwortung
Keine reale Organisationsdarstellung: Name, Sammlung, Interviewfragmente, Rollen und Planungsdaten dienen ausschließlich dieser erfundenen Übung.

Erzählungen ordnen, ohne sie festzulegen

Ein Interviewfragment kann gleichzeitig von Arbeit, Alltag und einem besonderen Ort handeln. Die thematische Sortierung ist deshalb ein vorläufiges Werkzeug, kein endgültiges Urteil über die Bedeutung einer Erzählung.

Die Werkstatt verwendet kurze, vollständig erfundene Fragmente. Beim Sortieren soll sichtbar werden, warum ein Ausschnitt einem Thema zugeordnet wird und welche zweite Lesart ebenfalls möglich bleibt.

01

Zuhören

Wortwahl, Perspektive und erkennbare Unsicherheit zunächst stehen lassen.

02

Kontext

Festhalten, welche Information im Fragment vorhanden ist und welche noch fehlt.

03

Vereinbaren

Nutzung, Pausen und mögliche Rücknahme vor der Sitzung verständlich besprechen.

Begriffe der Werkstatt

Erzählperson
Die fiktive Person, deren Perspektive und Entscheidungen das Gespräch bestimmen.
Interviewende Rolle
Die übende Person, die offen fragt, zuhört und Vereinbarungen nachvollziehbar hält.
Pseudonym
Eine erfundene Bezeichnung, die in dieser Übung reale Namen konsequent vermeidet.
Fragment
Ein kurzer Ausschnitt, dessen Bedeutung ohne weiteren Gesprächskontext begrenzt bleibt.
Kontext
Informationen zu Situation, Perspektive und Entstehung eines erzählten Ausschnitts.
Thema
Eine vorläufige Arbeitskategorie, die mehrere Lesarten nicht ausschließt.
Nutzungsrahmen
Die verständliche Vereinbarung darüber, wofür Gesprächsmaterial verwendet werden darf.
Pause
Eine jederzeit mögliche Unterbrechung, die keiner zusätzlichen Begründung bedarf.
Rückfrage
Eine offene Bitte um Klärung, die der erzählenden Person Raum für Korrektur lässt.
Sitzungsplan
Eine organisatorische Vorschau, die keine Aufnahme und keine Freigabe ersetzt.

Magazinvermerk: Die Anwendung zeichnet nichts auf, überträgt nichts und speichert keine Eingaben außerhalb dieses Dokuments.

Interviewthemen sortieren

Ordne jedes fiktive Fragment mit den Buchstabenknöpfen einem Arbeitsfach zu. Eine Zuordnung lässt sich jederzeit ändern.

Noch nicht eingeordnet
„Nach der Schicht blieb das Licht in der kleinen Küche lange an; dort wurden Neuigkeiten ausgetauscht.“
Fiktives Fragment A · ohne reale Quelle
Fach:
„Der Weg zum Laden änderte sich, als die Brücke gesperrt war; plötzlich traf man andere Menschen.“
Fiktives Fragment B · ohne reale Quelle
Fach:
„Das Werkzeug trug keine Namen, aber jede Person wusste, wem sie eine Frage dazu stellen konnte.“
Fiktives Fragment C · ohne reale Quelle
Fach:

Arbeit

Alltag

Orte

Sitzungskarten vorbereiten

Lege bis zu vier lokale Planungskarten an. Es findet keine Aufnahme statt; die Karten strukturieren nur das Vorgespräch.

Neue Karte

45 Minuten
Interne Archivmarke

Lokaler Kartenplan

0 Minuten

Noch keine Sitzungskarte angelegt. Das Modell erlaubt höchstens vier Karten.

Vor dem Gespräch

Die Werkstatt behandelt Vorbereitung als überprüfbare Abfolge, nicht als Ersatz für eine konkrete Einwilligungsvereinbarung.

Dieser feste Karteischlitz verliert Text, wenn Zeilen-, Wort- oder Buchstabenabstände deutlich vergrößert werden. Der abschließende Hinweis bleibt dann nicht vollständig sichtbar.

  • Zweck und ungefähre Dauer des Gesprächs in verständlichen Worten erklären
  • Pausen, Überspringen von Fragen und Abbruch ausdrücklich ermöglichen
  • Den vereinbarten Nutzungsrahmen auf der Sitzungskarte wiederholen
  • Nach dem Gespräch offene Entscheidungen und Rückfragen notieren
  • Eine Veröffentlichung niemals aus dieser fiktiven Planung ableiten

Freiwilligkeit

Eine erzählende Person kann Fragen auslassen, Pausen verlangen oder das Gespräch beenden.

Nachvollziehbarkeit

Der Nutzungsrahmen soll vor dem Gespräch klar sein und bei Änderungen erneut besprochen werden.

Mehrdeutigkeit

Ein Fragment darf in mehreren Themenfeldern sinnvoll gelesen werden; die Sortierung bleibt vorläufig.

Ein Archiv beginnt mit einer verantworteten Beziehung.

Themensortierung hilft beim Arbeiten, doch sie ersetzt weder Kontext noch die Perspektive der erzählenden Person.

Dieses Lernmodul ist vollständig fiktional, lokal und ohne Aufnahmefunktion. Es beschreibt keine reale Organisation oder Sammlung.

Bruchstellen einer alten Interviewkartei

Die importierte Kartei verbindet Zeitzeugenmarken, Steuerelemente und Transkriptrollen fehlerhaft.

Freie Rollenbeschreibung
Historischer Attributrest
Unklarer Umschalter
Erste Stimme Zweite Stimme
Letzte Karte des langen Stapels