A7Werkstatt für Namensklärung · Lehrarchivrein fiktionaler Bestand
Akte 077 · Mehrdeutige Namensspur
Manfred Mautner Markhof
Eine interaktive Übungsakte darüber, wie gleichlautende Fundstellen getrennt, gewichtet und dokumentiert werden.
Status
ungeklärt
Keine Fundstelle wird vorschnell zugeordnet.
Übungsprofile
drei Varianten
Jede Variante besitzt eine eigene Spurensignatur.
Prüfprinzip
Merkmal vor Name
Kontext schlägt bloße Zeichenähnlichkeit.
Ergebnis
begründete Hypothese
Unsicherheit bleibt sichtbar und revidierbar.
Werkzeug 01 · Akten-Zuordnung
Spuren statt Bauchgefühl
Wählen Sie Merkmale einer erfundenen Fundstelle. Die Werkbank vergleicht sie mit drei ebenso erfundenen Profilen und zeigt, welche Zuordnung rechnerisch am besten passt.
Fundnotiz erfassen
Die freie Notiz beeinflusst die Berechnung nicht; sie dient nur der lokalen Arbeitsansicht.
beobachtete Merkmale
vorläufiger Aktenvermerk0 Merkmale
Noch keine Prüfung
Wählen Sie mindestens ein Merkmal. Die Auswertung bleibt eine Übung: Sie identifiziert kein reales Individuum.
Profil Nord
0%
Profil Garten
0%
Profil Bühne
0%
Grundregel: Eine Namensgleichheit ist nur der Anfang einer Recherche, niemals ihr Abschluss.
Arbeitsweise · Drei Prüfschritte
01 / Trennen
Fundstellen einzeln halten
Ein Aktenblatt darf zunächst nur das enthalten, was tatsächlich gemeinsam überliefert ist. Ähnliche Schreibweisen werden nicht automatisch verbunden.
Originale Signatur notieren
Fundkontext getrennt erfassen
fehlende Angaben markieren
02 / Vergleichen
Unabhängige Merkmale suchen
Berufsfeld, Zeitraum, Ortsbezug und Dokumenttyp sind stärker als die bloße Übereinstimmung eines Namens.
Merkmale gegeneinander prüfen
Widersprüche ausdrücklich sammeln
alternative Profile offenlassen
03 / Begründen
Hypothese mit Vorbehalt
Eine belastbare Notiz nennt sowohl die tragenden Indizien als auch die Lücken. Ein Ergebnis darf später korrigiert werden.
Belegstärke beziffern
Unsicherheit verständlich benennen
nächsten Prüfschritt festhalten
Werkzeug 02 · Quellengewichtung
Wie viel trägt ein Beleg?
Kombinieren Sie eine fiktive Behauptung mit einer Quellengattung und zwei Qualitätswerten. Die Werkbank führt höchstens fünf Prüfungen in einem flüchtigen lokalen Journal.
Prüfjournal
0 / 5 Einträge
Noch liegt kein Beleg im Journal. Die Bewertung zeigt Plausibilität innerhalb dieses Modells, keine historische Wahrheit.
Lesestück · Anatomie einer Quellenangabe
Vier Angaben, die eine Spur prüfbar machen
Ein bloßer Name hilft wenig. Erst eine nachvollziehbare Kette aus Bestand, Einheit, Stelle und Lesart erlaubt anderen, den Weg zu wiederholen.
01
Bestand
Bezeichnet die größere Ordnung, aus der ein Stück stammt. In diesem Lehrarchiv wäre das etwa „Fiktive Korrespondenzen“.
02
Einheit
Grenzt die konkrete Mappe, Schachtel oder digitale Sammlung ein. Eine stabile Kennung ist besser als eine freie Beschreibung.
03
Stelle
Zeigt Seite, Blatt oder Datensatz. Die Angabe sollte so fein sein, dass die Fundstelle ohne Raten auffindbar bleibt.
04
Lesart
Hält fest, was sicher gelesen wurde und welche Zeichen unklar sind. Ergänzungen werden sichtbar von der Vorlage getrennt.
Fiktives Register · Übungsbestand
Spuren nach Status filtern
Das Register enthält bewusst erfundene Kurzbelege. Mit den Filtern lässt sich prüfen, welche Einträge noch offen, bereits eingeordnet oder widersprüchlich sind.
Signatur
fiktive Kurzbeschreibung
Leitmerkmal
Status
MM-07-14
Lose Karte mit Skizze eines Wasserlaufs
Flusspegel
offen
MM-07-22
Probenplan für ein kleines Bühnenbild
Theaterraum
eingeordnet
MM-08-03
Briefentwurf mit zwei abweichenden Datierungen
Zeitangabe
Widerspruch
MM-09-11
Sortenliste aus dem erfundenen Garten Sonnenried
Obstbau
eingeordnet
MM-09-18
Kostenblatt ohne Projektbezeichnung
Nummernliste
offen
MM-10-04
Materialkarte, deren Handschrift nicht zur Mappe passt